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Junge dunkelhaarige Frau im schwarzen Spitzentop lächelt in die Kamera, verführerischer Blick wie aus einem Dating-Profil

Vorname, Nachname: Nataliia Godlevska

Land, Stadt: Ukraine, Luhansk

Telefon: +380 66 385 0553

Betrugsschema:

Name der Scammerin:
Nataliia Godlevska
Белая Лилия

Tochter angeblich: Vladyslava, geb. 2020

Aufenthaltsort:
russisch besetztes Gebiet der Ukraine in Luhansk

Kontaktaufnahme:
über Dating-Plattform Bumpy, von dort aus rasch Umleitung auf WhatsApp und danach nur noch Kontakt über WhatsApp

Telefonnummer WhatsApp:
+380 66 385 0553

Kontakt:
ausschließlich auf Englisch, Scammerin spricht sehr gut und fließend Englisch und sendet gelegentlich sogar Sprachnachrichten

Die Scammerin ist auch sehr gut darin, einen aufrichtigen und warmherzigen Eindruck zu hinterlassen. Es geht anfänglich überhaupt nicht um Geld, sondern nur darum, dass sie jemanden finden möchte, der ehrlich auf der Suche nach einer Beziehung sei. Gleich eine der ersten Nachrichten auf WhatsApp war der eindringliche Appell, bitte nicht ihre Zeit zu verschwenden, wenn man nicht wirklich ernsthaft interessiert sei.

Nachrichten konnten mit ihr montags bis freitags, gelegentlich auch samstags ausgetauscht werden. Sie gab an, im russisch besetzten Gebiet der Ukrainer zu leben (Luhansk) und dass die Russen dort das Internet stören würden, sodass sie zu Hause kein Internet nutzen könne, nur am Arbeitsplatz.

Familiärer und beruflicher Hintergrund:
alleinerziehend und geschieden, Ex-Mann kümmert sich nicht um das Kind, das Kind (Mädchen) ist angeblich im Februar 2020 geboren und aktuell sechs Jahre alt.

Nataliia selbst gibt an, ebenfalls im Februar Geburtstag zu haben, angeblich am 12. Februar 1993.

Eltern leben angeblich beide nicht mehr, sonstige Verwandte gibt es nicht und sie arbeitet angeblich in einem Kindergarten/einer Schule, hat aber ursprünglich früher an der Universität Englisch-Kurse gegeben.

Darstellung des Sachverhalts:

Die Frau schrieb mich unter dem Namen Nataliia auf der Dating-Plattform Bumpy an, und fragte schon nach zwei oder drei Nachrichten, ob ich auch auf WhatsApp sei. Als ich mir mit der Antwort etwas Zeit ließ, erinnerte sie mich nach einem Tag freundlich daran, dass sie noch auf meine Nachricht warte. Ich sendete darauf hin meine Telefonnummer.

Danach meldete sie sich einen Tag später über WhatsApp. Schon kurz darauf war unser Chat auf Bumpy weg; aufgrund der Funktionsweise dieser App vermute ich, dass sie ihren Account auf Bumpy gelöscht hat. Andernfalls hätte ich dort eine Nachricht bekommen, dass mein Gesprächspartner den Chat geschlossen habe. Sie hat das mir gegenüber nie erläutert, mir aber dann mitgeteilt, sie würde zwar Anfragen bekommen, diese aber höflich ablehnen. Sie wolle sich auf den Kontakt mit mir konzentrieren, da ich besonders wirke. Das war noch ganz am Anfang. Sie teilte mir dann mit, dass sie ausschließlich mit mir schreiben würde.

Es gingen für ungefähr 14 Tage zu keinem Zeitpunkt um Geld. Es waren sehr interessiert und herzlich wirkende Nachrichtenverläufe auf WhatsApp. Allerdings war die Kommunikation hierbei überwiegend auf morgens (zwischen 9:00 Uhr und 10:00 Uhr), mittags (zwischen 12:00 Uhr bis 13:30 Uhr) und nachmittags/abends (ab 17:00 Uhr und zum Teil bis 19:30 Uhr) beschränkt. Angeblich, weil in ihrer Wohnung kein Internet zur Verfügung steht, weil die Russen dies stören. Sie kann daher angeblich nur am Arbeitsplatz das Internet benutzen und sich auf WhatsApp einloggen. Ab und zu arbeitet sie angeblich auch samstags und sendete dann auch Nachrichten. Sonntags ist sie nie zu erreichen und äußert dann jeweils am Tag nach einer Nachrichtenpause überschwänglich, wie sehr sie sich freue und wie sehr sie mich vermisst oder an mich gedacht habe. Dabei ist sie aber so geschickt, nicht zu oft zu extrem zu wirken. Der entstehende Eindruck ist durchaus authentisch und stets sehr schmeichelhaft.

Dabei ist die angebliche Nataliia auch so geschickt, authentisch in ihrem Interesse zu wirken. Sie erkundigt sich nach Dingen, über die man gesprochen hat, macht sich (angeblich) Gedanken über die Situation ihres Gesprächspartners und erweckt auf diese Weise mit durchaus detaillierten Ausführungen den Eindruck, als ob sie sich tatsächlich mit der Geschichte/dem Hintergrund/dem Anliegen ihres Gesprächspartners auseinandersetzt.

Ihre Nachrichten werden zunehmend davon gekennzeichnet, dass ihr Interesse an ihrem Gegenüber steigt. Sie lässt zwischendurch natürlich auch einfließen, dass sie keinerlei Bindung an Verwandte habe, da ihre Eltern angeblich schon früh gestorben seien. Sie wäre für einen Neustart im Land ihres Gesprächspartners offen und erkundigt sich nach den Bedingungen dort als Erzieherin zu arbeiten.

Nach gut 14 Tagen auf WhatsApp ist man mit ihr dann soweit, dass sie sich wünscht und auch den Wunsch aufkommen lässt, dass man sich persönlich treffen möge, um zu sehen, wie gut die Chemie miteinander sei. Es werden ohne finanziellen Hintergrund Ideen ausgetauscht, wie man sich in meinem Heimatland und somit in Deutschland treffen könne. Mein Angebot einer Unterbringung in einem Hotel und Treffen dann hier in Deutschland wird freundlich mit der Bemerkung abgelehnt, dass wenn mein Haus groß genug sei, sie gerne mit ihrer Tochter zu mir kommen würde. Da hätte ich schon besonders vorsichtig sein müssen.

Wenige Tage später kommt eine Mitteilung, sie habe sich in einer Agentur vor Ort erkundigt und müsse zunächst einen ukrainischen Pass für sich und die Tochter über die Agentur besorgen lassen, da es im russisch besetzten Teil der Ukrainer natürlich keine Botschaft gibt. Kosten für ihren Pass: 280 €, Kosten für ihre Tochter 230 €. Geldtransfer über Western Union oder PayPal nicht möglich. Sie teilt mit, sie habe sich erkundigt, über Ria würde es gehen. Man müsse Ukraine angeben, das Geld könne trotzdem unproblematisch in Luhansk ausgezahlt werden. Es sei nur eine Formalität. Ich wollte daraufhin erst einmal per Video telefonieren, da ich noch nie für jemanden Geld bezahlt habe, den ich nicht kenne. Komischerweise funktionierten aber Telefonate über ihr iPhone nicht, angeblich wollte die Kamera nicht (sie sendete einen Screenshot mit einer Fehlermeldung von Apple, wonach die Kamera angeblich kein Originalteil von Apple sei). Ein Anruf von mir bei ihr funktionierte nicht, angeblich habe sie versucht anzunehmen, aber es habe nicht funktioniert. Etwas ähnliches habe ihr später auch eine Reparaturwerkstatt vor Ort gesagt, und zum Originalshop von Apple könne sie nicht. Die haben aufgrund des Krieges alle geschlossen. Ich fragte abends nach einem Foto von ihr mit einem Zettel drauf, auf dem mein Name und der Zusatz steht „lass uns treffen“. Ich bekomme am nächsten Morgen so ein Bild von ihr. Daraufhin habe ich ihr das Geld für die Pässe überwiesen.

Wir hatten weiterhin scheinbar tolle Unterhaltungen, die jedes Mal von großer Herzlichkeit und Aufmerksamkeit geprägt waren. Natürlich waren die meisten Nachrichten auch immer von Bildern begleitet. Zumindest gab es pro Tag meistens ein Bild. Gleichzeitig forderte Nataliia auch immer wieder Bilder ein. Von Geld war jetzt weiterhin keine Rede, außer, dass es ihr sehr unangenehm sei, dass sie mich zuvor für die Pässe um Hilfe bitten musste. Sie verdiene in ihrem Beruf monatlich lediglich 256 €. Sie habe so etwas noch nie gemacht, genauso wenig wie sie über eine Dating-App noch nie Kontakt aufgenommen habe. Und sie habe auch noch nie erlebt, dass man über den bloßen Kontakt auf diese Weise Gefühle aufbauen könne, sie sei total überrascht. Und sie sei mir total dankbar.

Nach gut einer Woche dann die erfreuliche Nachricht, dass die Pässe für sie und ihre Tochter angekommen seien. Mir wurde ein Foto von beiden Pässen nebeneinander gesendet. Ich habe naiverweise nicht daran gedacht, diese Bilder zu überprüfen. Die Daten wirken auf den ersten Blick zutreffend. Da bei ihrem Verdienst klar war, dass sie keine Reise würde bezahlen können, bot ich an, für sie ein Ticket zu buchen. Angeblich könne sie das allerdings einer Verfolgung durch die Russen aussetzen, schrieb sie mir. Man würde ihr dann „ausländische Alimentation oder Förderung“ unterstellen und das könne die Ausreise verhindern. Ich möge daher das Geld wieder per Ria überweisen. Sie will sich dann zunächst einmal und vor einer Überweisung der Reisekosten um mögliche Flüge kümmern.

Wir hatten vorher schon über mögliche Zeiträume für ein Treffen nachgedacht; angeblich ist es mit der Arbeit (Schule) auch für ein umgehendes Treffen kein Problem. Einen Tag später dann die Nachricht, sie habe einen erstaunlich günstigen Flug für sich und ihre Tochter ausfindig machen können. Gesamtpreis 812 €. Sie müsse zunächst mit dem Zug nach Moskau, Direktflüge gäbe es nicht. Der Flug würde dann von Moskau über Istanbul nach Deutschland gehen. Ich überweise die Kosten für den Flug. Nach zwei Tagen wird das Geld abgeholt, bis dahin haben wir weiterhin angenehme und herzliche Kommunikation, die zum Teil jetzt schon dahin geht, dass mir Nataliia liebevoll ausmalt, wie sie sich auf unser Treffen und gemeinsame Unternehmungen mit unseren Kindern freut.

Sie teilt mir dann dankbar mit, dass das Geld da ist. Dank und Freude wirken zunächst echt und überwältigend, es folgt kurz darauf die Übersendung von zwei Bildern der Tickets. Nun muss sie mir aber zu ihrem Bedauern und ihrer Scham mitteilen, dass sie doch noch einmal Geld braucht, weil sie ja auch mit dem Zug über einen Ort namens Rostov nach Moskau müsse, man müsse auch eine Gebühr dafür bezahlen, dass Kriegsgebiet zu verlassen und eine Versicherung werde auch benötigt. Sie hatte eigentlich auf den Eingang ihres Weihnachtsgeldes gewartet, dass sich aber verzögere und ihre Chefin wisse nicht, wann die Zahlung erfolge.

Ich überweise noch einmal rund 700 €. Dabei weise ich aber sehr deutlich darauf hin, dass ich ein schlechtes Gefühl dabei habe, weil wir uns überhaupt nicht kennen und die Kosten immer mehr ansteigen. Nataliia zeigt sich etwas beleidigt, aber dennoch verständnisvoll; all das werde in wenigen Tagen passé sein, wenn sie zu mir kommt. Sie sei authentisch und würde sich nie erlauben, mich oder meine Gefühle zu betrügen. Sie werde dann ja immerhin in fünf Tagen schon bei mir sein.

Nur einen Tag später kommt dann die Nachricht, dass es ihr furchtbar leid tue und sie sich wahnsinnig über die Frau von der Reiseagentur geärgert habe, die ihr gerade mitgeteilt habe, sie müsse jeweils für sich und ihre Tochter Bargeld für mindestens zehn Tage bei der Einreise in den Schengenraum mit sich führen. Zweimal 450 €, mithin also weitere 900 €. Die gute Nachricht: das Geld müsse ja nicht ausgegeben werden, sie müsse es nur an der Grenze vorzeigen und würde es mir sofort nach der Landung wiedergeben. Sie habe sich über die Bedingungen im Internet erkundigt, und die Auskunft der Reiseagentur sei zutreffend.

Ich hatte mir vorher persönlich ein Limit gesetzt, wie viel ich in eine mir fremde Person für so einen Versuch zu zahlen bereit war. Wir waren jetzt schon bei etwas über 2000 €; damit war mein Limit ausgereizt. Ich teilte ihr sachlich mit, dass ich nicht bereit sei, weiteres Geld zu bezahlen, bevor wir uns nicht persönlich kennengelernt hätten. Außerdem kenne ich mich zumindest mit den Einreisebestimmungen aus und habe ihr auch das mitgeteilt. Ich bin immerhin von Beruf Anwalt, aber auch wir sind nicht gegen Einsamkeit und emotionale Manipulation gefeit.

Ich teilte ihr außerdem mit, dass ich entweder ein anwaltliches Schreiben ausstellen könne, dass sie an der Grenze beim Eintritt in den Schengenraum vorzeigen könne, und aus dem anwaltlich versichert hervorginge, dass ich für den Aufenthalt aufkommen bzw. die Mittel bei mir hinterlegt seien. Oder aber wir könnten halt warten, bis ihr Weihnachtsgeld eingetroffen sei. Dann müsse man halt den Flug umbuchen.

Plötzlich allerdings war die gute Nataliia überhaupt nicht mehr freundlich, warmherzig oder geduldig; außerdem war sie plötzlich eine echte Expertin für Reisebedingungen aus dem russisch besetzten Teil der Ukraine nach Deutschland. Egal, was ich für Alternativen aufzeigte, entweder Google oder die Frau in der Reiseagentur hätten angeblich irgendetwas anderes gesagt. Ich blieb bei meinem Standpunkt. Parallel dazu hatte ich (leider zu spät) ihr Ticket über KI prüfen lassen: nahezu garantierte Wahrscheinlichkeit eines gefälschten Tickets laut Chat GPT.

Solche Fälle sind keine Einzelfälle. Ein ähnlicher Fall aus der Ukraine mit steigenden Geldforderungen zeigt, wie sich die Betrugsmasche Schritt für Schritt entwickelt und immer höhere Summen verlangt werden.

Nun setzte Nataliia so richtig auf Manipulation und war plötzlich gar nicht mehr geschickt. Sie schickte mir mehrere Nachrichten: alle meine Ideen und auch Vorschläge wären nicht praktikabel. Sie könne außerdem nicht verstehen, warum ich plötzlich so anders geworden sei, geradezu kalt. Und es beunruhige sie sehr. Sie könne so nicht mehr guten Gewissens nach Deutschland reisen. Was wäre denn, wenn sie bei mir plötzlich etwas Falsches sagte? Würde ich dann genauso kalt sein? Das Ganze würde sie maßlos verwirren, so habe sie mich doch noch nie erlebt. Das könne nicht der Mensch sein, mit dem sie sich die ganzen letzten Wochen geschrieben habe. Und ich könne doch auch nicht wollen, dass sie an der Grenze festgehalten werde. Mit ihrer Tochter.

Sie beschloss ihre letzte Nachricht an mich mit den Worten, sie müsse jetzt ganz schnell von der Arbeit nach Hause, weil sie noch viele Vorbereitungen für ihren Geburtstag am nächsten Tag und auch die Abreise am selben Tag treffen müsse. Denn sie und ihre Tochter würden dann mehr oder weniger sofort nach der Arbeit an ihrem Geburtstag sich auf die Reise zu mir begeben, um dann in zwei Tagen bei mir anzukommen. Sie könne über Freunde und Bekannte noch knapp 200 € zusammenbringen, ob das dann helfen würde? Ich teilte ihr mit, dass ich kein Geld mehr überweise und hörte von ihr nichts mehr. Bei WhatsApp sehe ich sie aber nach wie vor zu den ähnlichen Zeiten wie bei mir online.

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